Max und Moritz Markus Veith

Theater Max und Moritz am 5. Mai 2019 um 15 Uhr im alten Rathaus in Thurnau

Ein Stück nach der Geschichte von Wilhelm Busch mit Kirsten Annika Lange und Markus Veith

Wie dieses Stück nach Thurnau kommt

Markus Veith habe ich selbst im Thurnauer Schlosstheater kennen gelernt. Das war noch bevor Kinderkultur überhaupt das erste Mal gestartet war. Er hat mich gleich so sehr mit seinem Schauspiel gefesselt, dass ich wusste: “Wenn ich mal ein Stück für Kinder organisiere – dann mit ihm!” Und das obwohl das Stück damals  absolut kein Kinderstück war, sondern “Einst um eine Mitternacht” – eindeutig nichts für schwache Nerven. Dennoch wusste ich gleich: Der Mann hat Charme und Witz – der kann Kinder bestimmt in seinen Bann ziehen. Wolfgang Krebs vom Schlosstheater hat mein Gefühl bestätigt und die Verbindung zwischen uns hergestellt. Ich freu mich sehr, dass Markus Veith mit Kirsten Annika Lange nun tatsächlich aus Dortmund beziehungsweise Köln zu uns kommt. Ob denn Max und Moritz für die Kinder nicht zu grausam ist, bin ich seither oft gefragt worden. Ganz sicher nicht. In den folgenden Absätzen sind Inhaltsangabe und pädagogischer Ansatz zu finden. Schnell wird klar: Die grausame Geschichte wird aufgearbeitet und interpretiert. Extra für Kinder.

Der Inhalt

„Ach, was muss man oft von bösen Kindern hören oder lesen! Wie zum Beispiel hier von diesen, welche Max und Moritz hießen.“ Mona & Matze haben ein Problem: Das Publikum ist da, aber es fehlen die Akteure, die die berühmten „Max & Moritz“ spielen sollen und die Kulisse ist auch noch nicht fertig aufgebaut. Also werden die beiden Bühnenarbeiter selbst zu Schauspielern. Spontan schlüpfen die zwei in die Rollen der beiden Lausbuben und in die Rollen der Witwe Bolte, des  Schneiders Böck, des Lehrers Lämpel … und so fort. Dabei reimen und wirbeln sie in frech-kindlicher Spielfreude über die Bühne, sehr  zum Entzücken ihres jungen Publikums.

Der pädagogische Ansatz

„Max & Moritz“ ist DER Klassiker der deutschsprachigen Literatur für Jung und Alt. Wilhelm Buschs ‚Bubengeschichte in sieben Streichen‘ wurde 1865 veröffentlicht. Noch heute ist das Buch in jeder  gut geführten Buchhandlung zu finden und festigt Buschs Beliebtheit und seinen Beinamen als ‚Großvater des Comics‘. Allein der Vers „Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich“ ist neben anderen als geflügeltes Wort in den Alltagsgebrauch übergegangen. Des weiteren übt die gereimte Sprache und ‚Melodie‘ nachweislich eine große Faszination auf Kinder aus. Das Stück den Anspruch, die (Schau-­)Spielfreude der Kinder zu wecken. Matze & Mona, die „ja eigentlich gar keine Schauspieler“ sind, zeigen in Form dieser ‚inszenierten Improvisation‘, wie sie z.T. Alltagsgegenstände zu Requisiten fürs Stück umfunktionieren: Stühle, Kartons und Kleiderbügel, eine Wäschespinne wird zum Baum, ein Wischmopp zum kläffenden Spitz, ein Tuch zum rauschenden Bach und die  Pfeife  ‚explodiert‘  mit  Hilfe  eines  großen  Publikum-­Getöses.  Immer  wieder  sind  auch  Matze  und  Mona  auf der Suche nach der Umsetzbarkeit der folgenden Szene und zeigen auf kreative Weise, wie viel Spaß es macht, mit simplen Mitteln und viel frecher Phantasie Geschichten zu erzählen.